Jobst von Palombini vom VfL Bückeburg ist eine Erscheinung, die aus der schaumburger Laufszene nicht wegzudenken ist. Seit 14 Jahren ist der dem Laufen verfallene Studienrat auf nahezu jeder Laufveranstaltung in den Stadien, Wäldern und Straßen von Schaumburg und Umgebung zu finden. Zudem bereist er regelmäßig ganz Europa und die Welt, um an besonders reizvollen oder herausfordernden Läufen teilzunehmen. Beim 5. Potsdamer Schlössermarathon bewältigte von Palombini nun in Begleitung seiner Vereinskameraden Karl-Heinz Scharf und Thomas Schmalenstroer zum insgesamt 300sten Mal die Marathon-Distanz. In dieser Zählung sind jedoch nicht nur „normale“ Marathonläufe berücksichtigt, sondern ebenfalls 90 längere Läufe wie z.B. 50 oder 100 km- Läufe. Als Extremum erinnert sich von Palombini an einen 48- Stunden- Lauf in der Halle in Brünn/ Tschechien, bei dem er 257,389 km erreichte, was genau genommen fast sechs hintereinander gelaufenen Marathons entspricht. Dort wollte er mit dem 100 Marathon Club, einem Verein, dem nur Läufer beitreten können, die mindestens 100 Marathons absolviert haben, einen Mannschaftsweltrekord in besagtem Stundenlauf aufstellen, was aber leider verfehlt wurde.
Rückblickend ergibt sich für von Palombini
ein durchschnittliches Pensum von mehr als 20 Marathon-Läufen im Jahr. Den
Höhepunkt erreichte von Palombini im Jahr 1998,
als er 65 Marathons in einem Jahr absolvierte. Seit 2002 gibt sich der
jederzeit für einen Plausch bereite Bückeburger jedoch mit etwa 5 Marathons im
Jahr zufrieden und startet stattdessen vermehrt bei Stadionwettkämpfen auf
der Bahn über Strecken von 3.000 m bis
10.000 m. In Addition der absolvierten Marathons mit diesen Bahnwettkämpfen
hat von Palombini trotz seiner für einen Läufer
noch jungen 39 Jahre bereits an über 1.000 Wettkämpfen teilgenommen.
Die Marathon-Bestzeit von Palombini
steht seit dem Jahr 2002 bei 2:44:21 h. Diese erzielte er im nordirischen
Belfast, wo er seiner Zeit im Rahmen seines Studiums lebte. Seine Bestzeit über
3.000 m liegt bei 9:35 min, die über 5.000 m bei 16:22 min und die über 10.000
m bei 33:59 min. Im Stundenlauf legte er im Jahr 2003 16.450 m zurück und seine
schnellste Halbmarathonzeit liegt bei 1:16:49 h.
Von Palombinis Läuferherz
schlägt jedoch am lautesten für Mehrfachserien und andere
Extremläufe, wie sie nur wenige Laufbesessene bewältigen können.
Im Jahr 1997 lief er, um Spenden zugunsten der Björn Schulz- Stiftung für
leukämiekranke Kinder zu sammeln, in 24 Tagen 1252 km vom Zugspitzblatt
bis nach List auf Sylt. Allein diese Leistung entspricht bei zwei Ruhetagen
einem Schnitt von 57 km pro Tag. Ostern 1999 lief er bei einer Marathonserie in
Kassel in 15 Tagen 14 Marathons jeweils in konstanten Zeiten zwischen 3:20 min
und 3:30 min. Insgesamt nahm er bisher viermal am Sieben-Tage-Marathon in
Südmähren/ Tschechien teil, der aufgrund des reizvollen Profils, der
internationalen Beteiligung und der Herzlichkeit der Ausrichter zu seinen Lieblingsveranstaltungen
zählt. Der „Kälterekord“ aus von Palombinis
bewegter Läuferkarriere liegt bei minus 12 °C. Bei dieser
Durchschnittstemperatur brachte er an einem Weihnachtsmorgen den
Herkules-Holle-Marathon in Kassel mit mehr als 1.000 m Höhendifferenz
hinter sich.
Von
Palombini legt bei der Auswahl seiner Läufe Wert
auf eine schöne Umgebung und reizvolle Besonderheiten. Vieler Zuschauer
oder Teilnehmer bedarf er nicht. Im Jahr 2008 hat er u.a. für die 100 Meilen in
Vermont/ USA gemeldet. In diesem reinen Landschaftslauf geht es mit ca. 5.000
Höhenmetern anspruchsvoll bergauf und bergab, wie es von Palombini liebt. Als Ziel hat der Bückeburger eine Zeit von
unter 24 Stunden ausgegeben.
Foto gibt es hier !